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Bekenntnisse eines Gierigen I

Seit ich im Alter von 28 Jahren meine Anstellung als Maschinenbau-Ingenieur aufgab, um Philosophie zu studieren, gab es für mich nur ein Ziel: Ich wollte reich werden. – Obwohl das, wie ich im Schreiben gerade merke, gar nicht stimmt. Es war bereits die Gier nach Reichtum, die in mir überhaupt den Gedanken erwecken konnte, meine Anstellung zu kündigen, um reich zu werden! Ich konnte und wollte dieses Leben in Armut kein Jahr länger ertragen.

So war es auch stets die Gier nach Reichtum die mich durch die Jahrzehnte des Philosophie-Studiums, der Magisterarbeit und der Promotion führte. Und auch seitdem in meinen Jahrzehnten als freier und freiberuflicher Philosoph, philosophischer Berater und Mentor stets weiterführte, – ach: mich weitertrieb, mir meine Orientierung vorgab und meine Bahnen lenkte: die Gier nach Fülle und Reichtum.

Dabei ging es mir in dieser Gier nie wie einem Habsüchtigen, der nur allzu leicht Opfer seiner eigenen Pleonexie werden konnte, der Gier, mehr haben zu wollen als ein anderer oder als alle anderen. Ganz im Gegenteil: Ich hoffte stets Menschen zu begegnen, die reicher waren als ich.

Zugegebenermaßen zog es mich ganz besonders stets zu Menschen hin, die reicher waren als ich. Weniger jedoch zur selbstlosen Bewunderung ihres Reichtums, als stets um meinem gierigen Verlangen zu folgen, vielleicht etwas von ihrem Reichtum zu erben oder wenigstens ein wenig an ihrer Fülle teilhaben zu können. Und dabei war ich in meiner Wertschätzung über ein bisschen mehr Reichtum ja schon dankbar! …


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